Aktivitäten der Gleichstellungskommission (GLK)

  • 2015: Institutionalisieren von GLK-Einsitz in medizinischen Berufungsverfahren
  • 2015: Evaluation der Menoring-Schlussbefragungen der letzten 10 Jahre
  • 2015: Kooperationen mit anderen universitären Nachwuchsförderungsprogrammen
  • 2010-2013: Projekt "Erleichterung von Teilzeitarbeit"
  • 2012: Interviews mi Kinderkrippen, Angebotserweiterung an MedizinerInnen ohne festen Arbeitsvertrag
  • 2012: Umfrage und Evaluation zur Karriere der Mentees aus der ersten Mentoring-Runde 2004/2005.
  • 2010: Umfrage zum Thema Teilzeit an den Spitälern der Nordwestschweiz
  • 2008: Befragung von Klinikleitern zu Teilzeitarbeit
  • Mitwirkung in Publikationen (siehe Publikationen)
  • Mitstrukturierung des Mentoring-Programms

Bsp. "Erleichterung von Teilzeitarbeit" 2010-2013

Zielpublikum: Assistenz- und OberärztInnen aus Spitälern der Nordwestschweiz, die sowohl eine universitäre Karriere anstrebten als auch eine Familie gegründet hatten oder damit in Planung waren und bereits in Teilzeit-Anstellung tätig waren oder dies in näherer Zukunft beabsichtigten. 

Hintergrund: Eine zunehmende Anzahl Aerzte und Aerztinnen wünscht Teilzeitarbeit und und viele entscheiden sich gegen eine akademische Karriere, wenn die Widerstände gegenüber dem Wunsch nach Teilzeitarbeit zu gross werden.

Das Ziel des Projektes war die Vereinbarkeit von akademischer Karriere, Teilzeitarbeit und Familie zu analysieren und mit den Mitteln des Bundesprogrammes für Chancengleichheit Ärztinnen und Ärzte, die eine akademische Karriere anstrebten und eine Familie haben, über einen kurzen Zeitraum von 2 Jahren systematisch in TZ Arbeit zu coachen.
Es sollte mit dem Projekt ein Beitrag geleistet werden, mittelfristig die Nachwuchsförderung durch strukturelle Massnahmen und aktive Sensibilisierungsarbeit auf individueller Ebene zu optimieren.



Methode: 7 Teilnehmerinnen (TN) konnten für das Projekt rekrutiert werden. Die TN wurden in die Workshops des Mentoring-Programms der Med. Fak. eingebunden und während regelmässig stattfindenden Treffen mit ihnen zugeteilten Mitgliedern der Gleichstellungskommission (GLK) sowie mit ihren Fachverantwortlichen eins zu eins betreut. 
Die Karriere-Veränderungen der TN und –ihre Wahrnehmung in Bezug auf die Arbeitsplatz- und familiäre Situation wurden mittels validierten Fragebögen in ca. 4-monatigen Abständen erfasst. 



Resultate: Die 7 TN waren 2010 durchschnittlich 38.5 Jahre alt. Zu Beginn des Projektes hatten die 7 Teilnehmerinnen insgesamt 8 Kinder. 5 weitere Kinder kamen während der Teilnahme am Programm zur Welt. Eine TN beendete das Programm vorzeitig nach einem Jahr wegen Schwangerschaftskomplikationen. Alle TN hatten zu Ende des Programms 1-3 Kinder. Die Betreuungsformen für die Kinder stellten sich bei den TN aus Mischlösungen zusammen (Tagesheim und -schule, Mittagstisch, Kinderkrippe, Kinderfrau, Angehörigen und den TN selbst). Verschiedene Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang wurden erwähnt, die Anlass gaben zum Wunsch in Richtung Flexibilisierung von Krippen-Angeboten bzw. Öffnungszeiten. Trotz Schwangerschaften erreichten 5 von 6 TN neue Karrierestufen während der Programmdauer (eine AA wurde OA, eine OA wurde LA, eine OA reichte die Unterlagen für die FMH-Subspezialisierung ein, eine OA wurde Mitglied in insgesamt 5 Germien/Kommissionen, eine OA bewarb sich erfolgreich an einem Kantonsspital und eine OA plante ihren Auslandaufenthalt). 5 von 6 TN veröffentlichten bis zu 5 weiteren Publikationen während dieser Zeitspanne. Alle 6 TN bewarben sich während des Programms um finanzielle Unterstützung für ein Forschungsprojekt. Trotz all dieser erfolgreichen Schritten kamen 50% (3) der TN zum Schluss, dass sie auf eine anfänglich angestrebte Habilitation lieber verzichteten zu Gunsten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Alle TN gaben als Grund für die TZ-Arbeit ihre Kinder und Familie an, und alle TN waren sich einig, dass TZ die Karriere teilweise bis grösstenteils verzögert und die Karrierechancen entsprechend vermindert.

Bsp. Umfrage und Publikation zum Thema Teilzeit in der Medizin

Umfrage zum Thema Teilzeit an den Spitälern der Nordwestschweiz zur Analyse der Ausgangssituation und zur Erstellung einer Publikation.

Publikation: "Academic career and part-time working in medicine: a cross sectional study"
Swiss Med Wkly. 2013 Feb 15;143:w13749. doi: 10.4414/smw.2013.13749.
Hoesli I, Engelhardt M, Schötzau A, Huang D, Laissue N.
Source: Department of Obstetrics, University Hospital Basel, Switzerland.

Abstract: The aim of this exploratory survey was to assess predictors for an academic career in a population of physicians working full time (FT) or part time (PT) in the north-western part of Switzerland. We also asked for individual attitudes, influences and motivations towards PT work.

Die Resultate zur allgemeinen Teilzeit-Situation von Assistenz- und Oberärzten/-ärztinnen in der Nordwestschweiz deckten sich insofern mit den Ergebnissen der Teilzeit-Projekt Evaluation, als dass TZ-Arbeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert und die Attraktivität von Spitälern steigert und somit dem Problem der demographischen Entwicklung bzw. dem Ärzte/Ärztinnen-Schwund entgegenwirkt. Gleichzeitig verringert die TZ-Arbeit nach unseren Erkenntnissen die Chancen einer akademischen Karriere.